Rückblicke 1912                                                                                                         Wolf Rahn 

.                                                    
 
Trotz Regen und Sturm; Zur beliebten Wanderung "Rund um Stuttgart" 
des Gemmrigheimer Albvereins starteten 43 Teilnehmer

Jedes Jahr im März organisiert der Gemmrigheimer Albverein eine Wanderung bei Stuttgart, die von befreundeten Stuttgarter Wanderführern geführt werden; und auch dieses Mal konnten wieder viele neue Eindrücke aus der Landeshauptstadt gesammelt werden. Mit dem Zug und der Stadtbahn wurde der Ausgangspunkt der 11 km langen Wanderung erreicht: Der Stadtteil Heumaden. 

Bei Sturm und Nieselregen führte der Weg zum Scharnhäuser Park, der im Rahmen der Landesgartenschau im Jahre 2002 auf einem ehemaligen amerikanischen Militärgelände angelegt wurde. Die Bewohner des angrenzenden neuen Stadtteils haben sich gegen einen Abbau gewandt und pflegen die Anlage bis heute. Der Park besteht aus verschiedenen Traumgärten, und lud die Wanderer zu einer längeren Rast und zu einer Besichtigung ein. Zum Glück hatte der Regen nachgelassen und die Gärten konnten ungetrübt auf die Wanderer einwirken. Besonders bestaunt wurde das Windspiel „Frosch-Wasser“ sowie die „Sitz- und Flitzhasen“, die die in Gemmrigheim geborenen Künstlerin ROSALIE gestaltet hat. Nach einer ausgiebigen Fotopause wurde der Park verlassen und ein steiler Hohlweg führte zum Gestütshof „Hofer Mühle“. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage Teil des königlichen Privatgestüts mit Rennbahn und großem Stutenstall. Das Gestüt wurde durch die Zucht von Araberpferden bis zum Jahre 1928 berühmt, danach wurde die Zucht im Landgestüt Marbach weiter geführt. Entlang dem idyllischen Flüsschen Körsch wurde der Weiler Stockhausen erreicht und von hier war es nicht mehr weit zum Schloss Hohenheim. In dem vom Herzog Carl Eugen im 18. Jahrhundert gebauten Schloss ist heute die Universität Hohenheim untergebracht, wobei viele neue Gebäude hinzukamen. Die Universität wurde im Jahre 1818 nach den Hungerjahren 1816/17 von König Wilhelm I als landwirtschaftliche Lehr- und Versuchsanstalt gegründet. 

Durch den wunderschönen Hohenheimer Park ging es zur Stadtbahnhaltestelle, und mit dem öffentlichen Verkehr wurde der Bahnhof Kirchheim/N wieder erreicht. Hier besuchte noch ein großer Teil der Wanderer das Bahnhaus zur Schlusseinkehr. Mit diesem harmonischen Abschluss hatten die Albvereinler wieder einen erlebnisreichen und schönen Tag hinter sich.