Rückblicke 1821                                                                                                            Gerda Pfeiffer   

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Senioren des Albvereins Gemmrigheim waren zum 2. mal in Walheim unterwegs

Mit 41 Teilnehmern begann der einstündige Rundgang durch die Nachbargemeinde Walheim mit Rose Schneider, die sich intensiv mit der Dorfgeschichte befasst hatte. Nach der Begrüßung durch Werner Häring begaben sich die Senioren des Albvereins Gemmrigheim unter Führung von Rose Schneider zur Kelter, wo einst Zuber und Bütten bis zur nächsten Weinlese gelagert wurden. Mit den Jahren verlor die Kelter als gemeinnütziges Gebäude ihre Bedeutung durch den Zusammenschluß  mit größeren Genossenschaften und wurde dann zum Teil als Feuerwehrgerätehaus benutzt. Seit eineinhalb Jahren hat sich dort zudem das Café- und Geschichtenhaus Bricklebritt etabliert.

Eine weitere Station war das Edith-Stein-Haus, das die katholische Kirchengemeinde in Erinnerung an die Philosophin und Menschenrechtlerin erbaut hat. Sie wird von Katholiken als Heilige und Märtyrerin verehrt und ist als jüdische Mitbürgerin in Auschwitz ums Leben gekommen.

Der zweite Weltkrieg brachte dem ersten Industriebetrieb in der Gemeinde, der Schuhfabrik Gutekunst, volle Auftragsbücher, denn ihre Hauptproduktion bestand in der Herstellung der sogenannten „Knobelbecher“ für Soldaten. Jahre später übernahm Peter Sapper die Firma und gab ihr den Indianernamen „Sioux“ als Markennamen für weltweit bekannte Mokassins. Im Laufe der Zeit wurde die Produktion nach Portugal und Indien verlegt, wohl auch den günstigeren Konditionen zuliebe.

Inzwischen hatten auch weitere Betriebe in Walheim Fuß gefasst, wobei die Firma  Krause bereits 1950 die Arbeit mit Zelten und Planen aufgenommen hat. Heute werden überwiegend extrem reißfeste Gewebe hergestellt.

Vorteile brachte der Gemeinde die Eisenbahn, die ab 1865  von Heilbronn nach Stuttgart und in der Gegenrichtung fuhr. Da ein Gleis für den stetig zunehmenden Verkehr nicht mehr tragbar war, entschloss sich die Bahn 1890 für einen zweiten Gleisbetrieb.

Bauprojekte in größerem Umfang strapazierten wie in anderen Kommunen auch die  Stadtkasse. Auf dem Gelände des alten Friedhofs entstand ein Alten- und Pflegeheim, die Senioren-Villa, der Zuzug junger Familien machte die Erweiterung der Schule erforderlich, die Gemeindehalle  aus dem Jahr 1971 musste renoviert werden ebenso wurde die Renaturierung des Baumbachs in Angriff genommen. Geschichtlich hoch interessant ist das Römerhaus, dessen Grundmauern irgendwann bei Bauarbeiten entdeckt wurde.

Nach so vielen Informationen waren die Besucher reif für Kaffee und Kuchen, der im Café Bricklebritt schon wartete. Dort begrüßte Werner Häring Lore und Hans Gerber, die den Seniorentreff im Juli in ihren wunderschönen Garten eingeladen haben. Damit auch wieder Bewegung in die Gruppe kommt, lud Gustav Sakellari-Colmant ein, die fünf Esslinger – vorgestellt von Liese Rapp vor einiger Zeit – wieder einzuüben und alle waren eifrig dabei, Gleichgewichtsübungen und anderes mehr mitzumachen. Anschließend durfte kräftig zu Akkordeonklängen mitgesungen werden. Jürgen Kunz unterhielt in bewährter Weise mit schwäbischen Anekdoten und so verging die Zeit wie im Fluge. Man vereinbarte gleich einen weiteren Besuch im Mai 2019, bei dem sich sicher wieder genauso viele Gäste einfinden werden.

Werner Häring bedankte sich bei allen Beteiligten und lud die Teilnehmer ein zum nächsten Treffen im Juni. Dann fährt ein Bus zur Gärtnerei Kiemle in Bissingen, die für ihre Anbauweisen schon länger bekannt ist und bestimmt den einen oder anderen Tipp für Hobbygärtner verrät.
Anmeldungen unter: w.haering@t-online.de oder Tel.: 91787