Rückblicke 1713                                                                                                       Wolf Rahn 

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Auf dem Jakobsweg von Esslingen/St. Bernhardt
nach Neckartaiflingen

Es gibt viele Gründe auf dem Jakobsweg zu pilgern, seien es religiöse, spirituelle oder weil man einfach eine Pause vom stressigen Alltag braucht. So war auch in diesem Jahr der Andrang groß, als der Schwäbischen Albverein Gemmrigheim zu einer weiteren Etappe des Jakobsweges startete und Pfarrer Schweizer konnte 50 mit dem Bus angereiste Pilger in der Kirche St. Bernhard begrüßen. Nach einem auf den Anlass zugeschnittenen Gottesdienst mit Pilgersegen wurden die Pilger auf die bevorstehende Wanderung eingestimmt. Der Weg führte von der Höhe über Esslingen hinunter zur Esslinger Burg. Durch das Burgtor wurde die eindrucksvolle Befestigungsanlage aus dem aus dem 14. Jahrhundert betreten und von der Umfassungsmauer bot sich ein schöner Blick auf die Altstadt und das Neckartal. In der Esslinger Altstadt wurde die hochgotische Frauenkirche mit ihrem filigranen Turm und den kunstvollen Steinmetzarbeiten bewundert. Als nächstes ging es zur Stadtkirche St.Dionys, die für die Pilger geöffnet war. In der Kirche beeindruckten die mittelalterlichen Glasscheiben mit biblischen Gestalten, wobei auch der Pilgerheilige Jakobus abgebildet ist. Nach der Überquerung des Neckars nahm der Bus die Pilger ein Stück nach Berkheim mit, da der Weg über das Berkheimer Wäldle gesperrt war.

Jetzt wurde im Hasenheim der Kleintierzüchter eine Rast eingelegt. Die Gaststätte stellte den Pilgern einen großen Raum zur Verfügung in dem das mitgebrachte Vesper verspeist werden konnte. Die Wirtsleute erlaubten das gerne, da sie mit der Ausgabe von Kaffee und anderen Getränken voll ausgelastet waren. Die nächste Rast wurde in der Klosterkirche des Klosters Denkendorf eingelegt. Hier gab es in der eindrucksvollen Krypta eine Nachbildung des Heiligen Grabes zu bestaunen. Sie war über Jahrhunderte Ersatzwallfahrtsort für eine Pilgerreise zur Grabeskirche in Jerusalem.

Der nächste Pilgerabschnitt führte durch Wiesen und über den Sulzbach in einen herrlichen frühlingshaften Wald, wobei die Sonne immer wieder für tolle Stimmungsbilder sorgte. Vor Oberensingen wurde der Wald verlassen und der  folgende Weg führte an einer Farm mit Alpacas und Lamas vorbei und die weiblichen Pilger waren von den niedlichen Alpacakindern begeistert. Ein ganz anderer Anblick bot sich den Wanderern als sie an einem großen Spargelfeld vorbei kamen, wo unzählige Erntehelfer beim Spargelstechen zu beobachten waren. Nach über 20 km Pilgerstrecke wurde das Ziel dieser Etappe die Martinskirche in Neckartailfingen erreicht. Hier empfing Pfarrer Meier-Mohns die Pilger und als einige Lieder angestimmt wurden, begleitete er diese mit seiner Gitarre. Zur inneren Einkehr der Pilger sorgte eine eingelegte Schweigepause und der Gottesdienst endete mit dem Lied „Großer Gott wir loben Dich“ und dem Segen zum Pilgerabschluss.

In der Gaststätte beim Sportheim Neckarhausen war die Schlusseinkehr und die Ankündigung, im nächsten Jahr den anschließenden Abschnitt auf dem Jakobsweg gemeinsam zu gehen, fand großen Zuspruch.